05.03.2012 Warnung vor Chronotherapie

Die Vorgeschichte
An die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) ist eine Anfrage über die Behandlung eines 12-jährigen Mädchens herangetragen worden, welches seit drei Jahren an einem insulinpflichtigen Typ-1-Diabetes erkrankt ist. Der DDG liegt eine ärztliche Bescheinigung vor, nachdem das Mädchen im Oktober 2011 in einer privatärztlichen Praxis von Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Graf und Prof. Dr. Dr. Viktor Borisov (www.borisin.de/index.html) in Baden Baden mittels einer „Biochronotherapie“ zur „Gesundung vom chronischem Diabetes“ behandelt worden sein soll. Angeblich wären dabei Kosten in Höhe von 30.000,- EUR aufgelaufen.
Die Reaktion
„Seriöse alternative Therapien zur Behandlung oder gar Heilung von Diabetes Typ 1 gibt es derzeit nicht, auch wenn manche Behandlungsangebote dies suggerieren“, sagt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE und Chefarzt am Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover. So soll die Biochronotherapie mit der Methode von Professor Dr. Dr. Viktor Alexander Borisov durch die Einnahme von Kapseln, die den ‚Photosensitizer Chlorin’ enthalten, mittels einer ‚Immunkorrektur’ eine sogenannte ‚Rehabilitation des Immunsystems’, ermöglichen. Professor Danne betont: „Bislang ist ihre Wirkung allerdings nicht wissenschaftlich belegt“. Darauf weisen die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), die Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie (AGPD) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe in einer gemeinsamen Stellungnahme hin. „Aus diesem Grund raten wir Kliniken und Patienten dringend davon ab, Behandlungsangebote durch Professor Borisov und Mitarbeiter zu erwägen“, so Professor Danne.
Internet:
www.diabetesde.org/stellungnahmen/biochronotherapie und
www.Diabetes.org/presse/pressemitteilungen
Quelle: Pressemitteilung von diabetesDe vom 28. Februar 2012
Zukunftsinitiative Diabetes
Sechs Mainzer Institutionen und Firmen bilden zusammen die „Zukunftsinitiative Diabetes“.














