18.10.2011 Umfrage: Viele Diabetiker kennen ihre Werte nicht!

33 Prozent der befragten Menschen mit Typ-2-Diabetes kennen den eigenen HbA1c nicht. Neben diesem Langzeitwert fielen bei der von Novo Nordisk zu-sammen mit der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS) initiierten Frage-bogenaktion "Risiko- und Lebensqualitäts-Check" noch Defizite bei der Aufklärung über Diabetes auf. Ein weiteres Ergebnis:
Die meisten sind übergewichtig bis fettsüchtig
Obwohl Lebensstiländerungen und Gewichtsabnahme als erste Maßnahme noch vor jeder medikamentösen Behandlung im Vordergrund stehen, sind die meisten Menschen mit Diabetes Typ 2 übergewichtig oder gar fettsüchtig und verfügen über einen zu großen Bauchumfang.
Ein Drittel messen 1-mal monatlich oder gar nicht
Besonders wichtig für Menschen mit Diabetes ist es, ihre Blutzuckerwerte im Blick zu haben, um auf Ausreißer nach oben oder unten schnell reagieren zu können. Die Ergebnisse des Risiko- und Lebensqualitätschecks zeigen jedoch: Während jeweils rund ein Drittel der persönlich Befragten ein- bis dreimal täglich bzw. ein- bis dreimal wöchentlich ihre Blutzuckerwerte misst, gibt ebenfalls ein Drittel an, einmal monatlich oder gar nicht zu messen. Neben dem aktuellen Blutzuckerwert, der vor allem bei der Behandlung mit Insulin wichtig ist, um Unterzuckerungen zu vermeiden, gibt es den Langzeitwert HbA1c. Er zeigt dem Arzt, wie hoch der durchschnittliche Blutzucker in den letzten Wochen war - und wie erfolgreich die eingeschlagene Therapie ist.
Langzeitwert oft unbekannt
Aber auch mit diesem Wert sieht es nicht viel besser aus: Fast ein Viertel der Befragten kennt seinen HbA1c-Wert nicht. Mehr als die Hälfte der Befragten, die länger als 15 Jahre an Typ 2 Diabetes erkrankt sind, haben einen Langzeitwert (HbA1c) von über 6,5 Prozent (persönlich Befragte 71 Prozent, online 53 Prozent).
Habe ich Folgeerkrankungen? Viele wissen's nicht!
Um Therapieziele gemeinsam festzulegen und die Mitarbeit zu fördern ist es wichtig, Menschen mit Diabetes bestmöglich zu beraten. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht anders aus. So gaben weniger als die Hälfte der Befragten (43 Prozent) an, ein strukturiertes Schulungsprogramm erhalten zu haben (online 54 Prozent). Die Übrigen wurden zu gesunder Ernährung und Bewegung beraten. Bei den online Befragten wusste fast ein Viertel nicht, ob bei ihnen bereits Folgeerkrankungen eingetreten sind.
Viele sind zufrieden mit dem, was sie wissen
Diabetes ist eine komplexe Erkrankung mit vielen möglichen Komplikationen, die bei optimaler Therapie vermieden oder eingegrenzt werden können. 42 Prozent der persönlich Befragten leben bereits mit Folgeerkrankungen wie Augenhintergrundveränderungen, Nervenschädigungen, Gefäßverengungen etc. Trotzdem sind 78 Prozent der persönlichen Befragten mit dem Wissensstand über ihre Erkrankung zufrieden oder sehr zufrieden (online 67 Prozent). Ähnlich verhält es sich mit der Therapiezufriedenheit: 81 Prozent geben an, zufrieden oder sehr zufrieden zu sein (online immerhin 60 Prozent). Deutlich wird: je zufriedener die Menschen mit ihrem Wissenstand sind, desto eher nehmen sie ihre Therapie an. Dementsprechend wichtig ist eine umfassende Aufklärung im Kampf gegen Diabetes und seine Folgen.
Therapieziele gemeinsam anpacken
Gerade die Fragestellungen zur Behandlungszufriedenheit gehören zu den Kernpunkten der von der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS) und Novo Nordisk gemeinsam entwickelten Fragebögen zum persönlichen Risiko und zur Lebensqualität. Unter dem Motto "Diabetes im Blick - wir packen es an!" soll der Check dabei helfen, Typ 2 Diabetes in den Griff zu bekommen. Studien zeigen, dass die Lebensqualität durch die Anforderungen der Therapie oftmals deutlich sinkt. Menschen mit Typ 2 Diabetes leiden auch eher an psychischen Störungen: Unter ihnen gibt es drei- bis viermal häufiger Depressionserkrankungen als in der Allgemeinbevölkerung. Ebenfalls häufiger finden sich Angst- und Essstörungen.
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Demographische Angaben zur Fragebogenaktion: Grundlage der Befragung sind 419 ausgefüllte Bögen zum Risiko- und Lebensqualitäts-Check, die zwischen 1. Januar und 15. August 2011 ausgefüllt wurden. Hiervon wurden 146 im persönlichen Gespräch während eines Apothekenaktionstags in einer der teilnehmenden Apotheken und 273 online beantwortet. Der Fragebogen kann unter www.Diabetes-im-blick.de ausgefüllt werden.
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